Die Welt nach Gaza

Lesenswert, dabei aber hochproblematisch finde ich Pankaj Mishras „Die Welt nach Gaza“. Der in Indien geborene Autor und Essayist schreibt seit Jahren aus postkolonialer Perspektive über die Welt. Brillant und belesen sorgt er gerade bei „westlichen“ Lesern für viele Aha-Erlebnisse, weil er uns die vielen blinden Flecken unserer gewohnten Sicht der Dinge bewusst macht. So ist es auch in seinem aktuellen Buch, in dem er davon ausgeht, dass der Kolonialismus im kollektiven Bewusstsein der Zukunft die Shoah als schlimmstes denkbares Verbrechen, als eine Art Nullpunkt der Menschlichkeit ablösen wird. Darüber kann man womöglich diskutieren – aber besser nicht so, wie es Pankaj Mishra hier vorführt. Sein Buch ist zwar passagenweise gewohnt brillant, insgesamt leider aber auch manipulativ und einseitig ausgefallen. Meine Besprechung für Ö1/Kontext gibt es hier.

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