Geogeschichte

Das Schöne an Geschichte ist, dass man ist nie damit fertig wird. Kaum glaubt man, etwas verstanden zu haben, veröffentlicht ein (meist angelsächsischer) Historiker ein Buch, das eine völlig neue Sicht auf vermeintlich Altbekanntes erlaubt. Oder halt ein (französischer) Geograf wie Christian Grataloup, der auch Anthropologie und Geschichte studiert hat und in Paris als emeritierter Professor für historische Geografie lebt. Sein Buch „Geogeschichte“ ist nicht nur ein prachtvoller Wälzer mit einem wunderschönen integrierten Atlas, sondern auch ein erfrischend neuer Blick auf Jahrtausende der Globalisierung, auf mögliche Zukunfts- und gar nicht so unmögliche Vergangenheitsszenarien. Die haben zwar nicht immer stattgefunden, doch das Nachdenken darüber ist, wie Grataloup schreibt, nicht nur überaus anregend, sondern angesichts der aktuellen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, auch überaus nützlich. „Die Umweltkrise trotz aller geopolitischen Widersprüche zu überwinden ist nur im Weltmaßstab möglich. Dazu ist es besser, die Vergangenheiten, die Hypotheken, die ererbten Dynamiken zu kennen. Keine zukünftige Geschichte ohne Rücksicht auf die gegenwärtige Geografie.“ Sehr zu empfehlen! Hier meine Besprechung für Ö1/Kontext.

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